Walther, Mod. U.P. 1 mit PTB

        Bild 1.0, Walther, Mod. U.P. 1, ein schönes Set

 

Allgemein

Auch die Firma Walther brachte in den 1950er Jahren eine Taschenpistole heraus. Hier nach dem Vorbild, der bekannten Modelle der Firma EM-GE. Jedoch mit einigen Veränderungen und ganz besonders der Bauteile. Da könnte man sagen der Techniker hat gerne gebaut, da es doch einige Teile mehr sind und den Zusammenbau schwerer gestaltet.

 

Hier handelt es sich um eine Schreckschuss- und Gaspistole in brünierter Ausführung, die im Kaliber 6 mm Flobert eingerichtet wurde und mit der Platz- und Gaspatronen verwendet werden können. Darüber hinaus gab es noch weitere Patronen die zur Benutzung kommen konnten.

 

Sie weist auf der linken Seite folgende Beschriftung auf.

 

                            Walther (in Schleife) U.P. Mod. 1

                                      Walther’s Patent a.

 

Rechts daneben befindet sich ein drei-Stellungs-Hebel mit den Funktionen:

F=Feuer, E=Entladen, S=Sicher

 

Der Hülsenausstoßer befindet sich an der hinteren Klappe. Das Magazin wird vorne unter dem Lauf eingeführt. Auf den braunen Griffschalen befindet sich auch die „Waltherschleife“.

 

Universalpistole, Modell 1

ein schönes Set. Die Walther U.P.1. -U.P.- steht für Universalpistole, da sie die verschiedensten Patronen und Signalsterne verschießen konnte und zugleich vielfältig einsetzbar war. So wurde sie zumindest in den verschiedenen Katalogen gelobt, ob beim Sport, zur Selbstverteidigung, Dressur, Signalgebung, zur Insektenabwehr oder gar zum verschießen von Parfümpatronen.

 

 Bild 1.11, nur die Griffschale ist beschriftet                                                                                                     Bild 1.12, mit nachträglich angebrachter PTB

 

Das PTB-Zeichen

das interessante bei dieser Pistole ist, sie fällt unter vorgenannten Punkt 1

 

„ihrer unveränderten Bauart bereits vor 1969 die Kriterien der PTB-Zulassung erfüllt haben.“

 

Bei ihr wurde der PTB-Stempel (9-69) nachträglich im Jahr 1980 angebracht und die Funktion beschossen. Das lässt sich aus dem Original Schreiben, der Rechnung vom 15.03.1980 entnehmen!

 

Nachträglich gestempelt?

Wer hätte es gedacht, hier der Beleg schwarz auf weiß. Somit ist es doch belegt, das die Fa. Walther den PTB-Stempel selbst anbringen und die Waffe entsprechend beschießen durfte. Zumindest vor 40 Jahren.

 

Bild 1.13, nachträglich gesptempelt                                                                                                             Bild 1.14, Rechnung für PTB-Stempelung

 

Die Munition

Als Munition kommen 6 mm Flobert Platz- und Gaspatronen, Signalsterne und Gaseinsätze in Frage. Ein entsprechender Adapter zum einschrauben gibt es nicht, es ist kein Gewinde im Lauf vorhanden. Die Signalsterne und Gaseinsätze haben einen Durchmesser von 7 mm und passen entsprechend in den Lauf. Somit wurden die Signalsterne und Gaseinsätze nur in den Lauf geschoben und so mit Platzpatronen abgeschossen. Daneben gab es noch Insekt-, Farb- und auch Parfümpatronen in verschiedenen Duftrichtungen.

 

Munition, 6 mm Flobert, Platzpatrone, Gaspatrone, Signalsterne

        Bild 1.15, passende Munition