Hahn-Revolver

Scheintod-Hahn-Revolver, Hahn-Revolver, Kaliber .410, Kaliber 12 mm

       Bild 3.0, Hahn-Revolver, Kaliber .410 / 12 mm Scheintod

 

Kurze Beschreibung

Es handelt sich um einen Revolver in brünierter Ausführung, die braunen Holzgriffschalen sind mit Fischhaut verschnitten. Die Trommel ist für 5 Patronen im Kaliber .410, bzw. 12 mm Zentralfeuer Rand eingerichtet. Die Ladung dieser Patronen war entweder Tabakstaub oder Chili-Pfeffer. Der Lauf war zu dieser Zeit üblicherweise noch frei, so dass der Druck ungehindert aus der Mündung entweichen konnte. Der Revolver hat eine Länge von ca. 18 cm und eine Höhe von ca. 11 cm. Der Schlagbolzen ist als Dorn ausgebildet und direkt mit dem Hahn verbunden. Der Revolver besitzt ein Rückspringerschloss und kann als Abzugs- sowie Hahnspanner  (DA, SA) verwendet werden. Die Sicherung wirkt in unterer Stellung auf den Abzug, so dass er gesperrt wird. Die Trommel ist starr verbaut und somit nicht ausklappbar. Geladen wird der Revolver daher von der rechten Seite über ein Ladefenster das eine Ladeklappe besitzt. Diese Ladeklappe kann seitlich weggeklappt werden. Eine Sicherheitsrast ist nicht vorhanden, so kann die Trommel zum Laden/Entladen frei gedreht werden.

 

Laut einer Werbung aus dem Stukenbrok-Katalog von 1913, wurde solch ein  Revolver von der Firma H. Burgsmüller mit dem eingetragenen Markenzeichen „Scheintod“ vermarktet und ab 1909 mit der gleichnamigen Scheintod-Patrone vorgestellt. Somit ist er über 100 Jahre alt. Das hier aufgeführte Modell sollte nach seiner Bauart ebenfalls ca. 100 Jahre alt sein.

 

Modell Scheintod-Hahn-Revolver

Allgemein werden diese Revolver als Scheintod-Revolver bezeichnet, da sie nicht für den scharfen Schuss vorgesehen sind. Aber hier ist es eher nur ein Hahn-Revolver in der gleichen Machart wie der Scheintod-Revolver-Nr. 3, der 1909 von Burgsmüller vorgestellt wurde und für die gleiche Patrone eingerichtet ist. Ein Unterschied ist die Sicherung, die im Original eingedrückt wird und die Tatsache, dass laut Burgsmüller jede seiner Scheintodwaffen entsprechend gestempelt ist.

 

Der Hersteller, oder der Büchsenmacher hat die Zeichen F. B. hinterlassen. Jedoch befinden sich auch die Zeichen GG am Revolver. Beides ist mir unbekannt.

 

Bild 3.11, rechte Seite mit Stempeln                                                                                                                Bild 3.12, Abzug ausgeklappt

 

 

Bild 3.13, rechte Seite mit Stempeln                                                                                                                Bild 3.14, linke Seite, Sicherung aktiv

Bild 3.15, Hanh gespannt                                                                                                                                     Bild 3.16

 

 

 

Bild 3.17, Ladeklappe geöffnet                                                                                                                           Bild 3.18, Vergleich, Stukenbrok 1913