Die Patrone .320 / 7 mm Rand Knall

Die Patrone ist eine Randpatrone mit Zentralfeuerzündung, auch sie ging aus einer scharfen Patrone hervor, wie ich auf den unteren Bildern zeige.

 

Verwendet wird sie in Revolvern oder in zweiläufigen Kipplaufpistolen, von denen mir drei Modelle bekannt sind. Das Kaliber wird auch mit 7 mm Rand angegeben, ist aber so weniger bekannt. Heute, ungefähr seit den 1970er Jahren, ist dieses Kaliber durch die Patrone .380 / 9 mm Rand Knall abgelöst.

 

 

 

Bilder unten,

die scharfe Version der Patrone .320. Die Patronen und die Schachtel stammen aus den 1930er Jahren. Diese Patronen stammen von der Firma RWS = Rheinisch Westfälische Sprengstoffwerke, und weisen im Bodenstempel den Namen RWS auf 12 Uhr und das Kaliber .320 auf 6 Uhr auf.

Bilder oben links und rechts,

hier sind auch die zwei originalen Schachteln zu sehen, die sich geringfügig durch den Aufdruck auf den Etiketten unterscheiden. Die Patronen selbst unterscheiden sich nicht in ihren Abmessungen. Die älteren Gaspatronen haben noch eine helle Abdichtung, die nächste Ausführung eine rote Abdichtung, die jeweils im umgebördelten Hülsenmund zu sehen ist. Die Umbördelung soll die Abdichtung gegen herausfallen sichern und zugleich das Einführen ins Patronenlager erleichtern.

 

 

 

Die Ausführungen

 

Eine kurze Ausführung ist mir nur bei den Knallpatronen bekannt. Bei den Gaspatronen gibt es eine kurze und eine lange Ausführung, die lange Ausführung enthält mehr Tränengas.

 

Alle abgebildeten Patronen stammen von der Firma RWS = Rheinisch Westfälische Sprengstoffwerke, und weisen im Bodenstempel den Namen RWS auf 12 Uhr und das Kaliber .320 auf 6 Uhr auf. Die Gaspatronen, kurze und lange Ausführung, haben ein vernickeltes Zündhütchen, wogegen bei den Knallpatronen Messingzündhütchen als auch vernickelte Zündhütchen benutzt wurden.

 

Da sich die Hersteller von Munition erst nach einer gewissen Zeit, ab etwa 1970 auf Farben einigten, die zur einheitlichen Bestimmung des Inhaltes gedacht war, bzw. die Verwendung aufzeigen sollte, sind gerade ab 1950 verschiedene Farben bei Munition für Schreckschuss- und Gaswaffen aufgetaucht. Das lag wohl auch daran, dass viele Firmen, die Schreckschusswaffen verkauften, bei Munitionsherstellern mit ihrem Logo herstellen ließen. So wie hier die Firma EM-GE bei der Firma RWS.

 

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Gaspatronen der Firma EM-GE, eine weiße Versiegelung nutzten und später eine rote Versiegelung, die alsbald auch bei anderen Herstellern auftauchte.

 

 

 

Bild links unten,

Ausführung .320 kurz. Hier habe ich die Gaspatronen in kurzer Ausführung. Auch diese haben eine rote Versiegelung.

 

Bild rechts unten,

Ausführung .320 kurz. Hier sind die Platzpatronen zu sehen. Eine lange Version der Platzpatronen ist mir nicht bekannt. Auch hier auf 12 Uhr der Hersteller RWS und auf 6 Uhr die Kaliberangabe .320, das Zündhütchen ist hier aus Messing. Zum Verschließen der Patrone hat man den Hülsenmund sternförmig zugefaltet. Eine Kennzeichnung als Platz- oder Gaspatrone wird hier auf dem Bodenstempel nicht angegeben.

Auf den folgenden Bildern zeige ich die Patronen im Vergleich zueinander auf.

Hier zu sehen, die Patronen von der Seite, jeweils von links nach rechts. Die Sternfaltung weist einen geringfügigen Unterschied auf.

 

Obere Reihe:

- scharfe Version mit Bleigeschoss von RWS

- Platzpatrone von Fiocci, *Bodenstempel G.F.L. 320, Messingzündhütchen

- Platzpatrone von RWS, BS RWS 320, Messingzündhütchen

- Platzpatrone von RWS, BS RWS 320, vernickeltes Zündhütchen

- Platzpatrone von RWS, BS RWS 320, vernickeltes Zündhütchen

 

Untere Reihe:

- Gaspatrone kurz von RWS, Bodenstempel RWS, 320,

  Messingzündhütchen

- Gaspatrone kurz von RWS, BS RWS 320, vernickeltes Zündhütchen

- Gaspatrone lang von RWS, BS RWS 320, vernickeltes Zündhütchen

- Gaspatrone lang von RWS, BS RWS 320, vernickeltes Zündhütchen

Hier mit Blick auf den Hülsenboden mit Stempel und Zündhütchen.

 

 

 

Gut zu erkennen, die unterschiedlichen Zündhütchen. Das der scharfen Version hat noch ein kupfernes Zündhütchen, was in einer Zeit der Materialknappheit vor 1945 geändert werden sollte.

 

 

 

 

 

 

* Das Kürzel auf dem Bodenstempel der Platzpatrone, steht für Giovanni Fiocchi aus Lecce/Italien.

Und hier der Blick von schräg oben.

 

Obere Reihe, links: 

Die scharfe Version mit Bleigeschoss.

 

Obere Reihe, rechts:

Die Platzpatronen sind alle zugefaltet. Etwas schwierig zu erkennen, die Sternfaltung der rechten Platzpatrone ist mehr zusammengedrückt, man kann nicht nach innen schauen. bei den zwei in der Mitte, kann man eine Pappscheibe erkennen, die dazu dient, dass das Schwarzpulver nicht heraus rieseln kann.

 

Untere Reihe:

Die Gaspatronen haben einen weißen, bzw. roten Verschluss und eine Bördelung am Hülsenmund.