Die Patrone .380 / 9 mm Rand

       Bild 1.0, verschiedene Munition im Kaliber 9 mm Rand, Mitte unten .38 Spezial Gaspatronen und rechts davon .38 S&W Knallpatronen

 

Die Patrone .380 Knall

Dieses Kaliber leitet sich als Knallpatrone von scharfen Patronen ab. Hier habe ich eine Fertigung als mein frühester Beleg, aus einem Stukenbrock-Katalog aus dem Jahr 1913. Der Hülsenmund ist umgebördelt und  fasst eine Pappscheibe ein. Diese Patronen wurden mit Schwarzpulver geladen und in Metallkästchen angeboten. Diese Patronen werden mittlerweile auch mit Nitrocellulose-Pulver in Platz- und Gaspatronen angeboten, diese wurden mit einem N auf der Verpackung und Hülsenboden kenntlich gemacht.

 

Die Verwendung

Dieses Kaliber findet fast nur Verwendung in Revolvern. Es gibt aber auch eine Pistole die für dieses Kaliber eingerichtet ist. Es handelt sich um die HW 94 von der Firma Weihrauch. Ich besitze dieses Modell mit dem PTB-Zeichen 855. Es gibt aber auch ältere Versionen. Das Kaliber 9 mm Rand, oder auch als 9x17 angegeben, ist eine Patrone für Schreckschuss- und Gaswaffen. Sie wird für verschiedene Anforderungen hergestellt. So als

-       Platzpatrone

-       Gaspatrone, Tränengas

-       Pfefferpatrone, zur Tierabwehr

-       und andere

 

Der Druck wird mit ca. 250 Bar angegeben. Die Patrone gibt es als Metallpatrone mit Sternfaltung, aber auch mit Plastikeinsatz und vor längerer Zeit auch mit Pappe und Pappe mit Lackabdichtung. Es werden aber auch welche aus Kunststoff angeboten. Die Farben bedeuten heute allgemein:

-       grün    Platzpatrone

-       gelb    Gaspatrone

-       braun –  Pfefferpatrone,  80 mg Nonivamid*

-       rot      Pfefferpatrone, 120 mg Nonivamid*

-       gold    Effektpatrone

 

 * als Beispiel das Kaliber 9 mm Rand, hier ist ersichtlich, dass die Farbe rot eine höhere Dosis an Reizgas enthält.

 

Nachfolgend habe ich auch die "scharfe Version" aufgeführt.

 

 Bild 3.1, die scharfe Patrone im Kaliber .380                                       Bild 4.1 und nachstehend, Patronen im Vergleich                              Bild 4.2, Blick zum Patronenboden

Bild 4.3, verschiedene Farben                                                              Bild 4.4, mit Einsätzen und zugefaltet                                                Bild 4.5, die Korth-Gaspatronen sind insgesamt länger

 

Nachfolgend verschiedene Schachteln 9mm R vom Hersteller RWS.

 

Bild 5.0, Weihrauch, Mod. HW 94 für Nitro-Munition                                                                                Bild 5.1, Blech-Schachtel von RWS AG Nürnberg, gefertigt von Geco

Bild 5.2, Schachtel von RWS                                                                                                                           Bild 5.3, Schachtel von RWS, weitere Ausführung, gleicher Inhalt

 

 

Bild 5.4, weitere Knallpatronen von RWS                                           Bild 5.5, RWS-Knallpatronen zu 25 Stück                                            Bild 5.6, RWS-Knallpatronen mit Nitrocellulose-Pulver geladen

Bild 6.1, Gaspatronen mit Lackabdichtung von WADIE, 10 St.      Bild 6.2, Wadie-Gaspatronen                                                                Bild 6.3, Gaspatronen von WADIE für die Pistole HW 94 mit

                                                                                                                                                                                                                                     Nitrocellulose-Ladung und Sternfaltung

 

 

Bild 6.4, Wadie-Supra-Gaspatronen bis 1977 verwendbar                                                                       Bild 6.5, Wadie-Supra-Gaspatronen bis 1986 verwendbar

 

Wadie bot auch Gaspatronen mit einer erhöhten CN-Reizstofffüllung von 500 mg als Supra-Gaspatronen an.

 

 

Bild 7.1 zeigt Knallpatronen mit Kunststoffverschluss, wie man ihn von den 8 mm K gewohnt ist. Die Firma IWG hatte ihre Patronen von dem Hersteller MFS in Ungarn fertigen lassen.

 

Bild 8.1 zeigt Gaspatronen der Firma EM-GE, die ihre Patronen von der Firma RWS fertigen ließ.

Bild 9.1 zeigt eine Dose mit Platzpatronen der Firms Lapua, die von der Firma Schönebeck gefertigt wurden, mit der Bezeichnung Knallkartuschen.

 

Bild 7.1, Knallpatronen von IWG                                                          Bild 8.1, Gaspatronen von EM-GE                                                        Bild 9.1, Knallkartuschen von Lapua

 

Viehbetäubungspatronen

Daneben, eigentlich müsste man sagen davor, wurde und wird dieses Kaliber in verschiedenen Stärken, die farblich auf dem Hülsenboden angegeben sind, auch für Bolzenschuss-Apparate verwendet. Hier ist auch fast immer die Bezeichnung Kartusche zu lesen. Diese Informationen stammen aus einem Akah-Katalog aus dem Jahr 1953.

-  grün für Schweine und Kleinvieh

-  gelb  für Pferde, Kühe und leichte Ochsen

-  blau  für schwere Ochsen

-  rot    für schwere Bullen

 

 Die heutige Bezeichnung hat sich geringfügig geändert, die Farben sind gleich geblieben.

- grün, leichte Ladung, für Schweine und Kleinvieh

- gelb, mittlere Ladung, für Kühe und Pferde

- blau, starke Ladung, für Ochsen und Bullen

- rot, extrem starke Ladung, für schwerste Tiere

 

 Bild 10.1, Viehbetäubungspatronen                                                                                                                 Bild 10.2 in den Farben grün, gelb, blau und rot

Bild 12.1, CN-Gaspatronen von Korth

 

Ob alle älteren Revolver mit diesen Patronen geladen werden konnten, kann ich nicht sagen, da ich augenscheinlich nicht alle Modelle beistze. Sie waren aber in erster Linie für die Korth-Revolver gedacht. Aber auch die NHM-Revolver, ebenfalls "Willis Kinder" und die Revolver von Weihrauch sowie das Modell 38 von EM-GE können diese längeren Patronen in ihren Trommeln aufnehmen. Da ich bisher keine Revolver mit einer geringeren Trommelbohrung bekommen habe wäre es durchaus anzunehmen, dass zumindest bis 1969 wohl eher alle eine tiefere Bohrung besaßen. Ab 1969 ist ja die PTB eingeführt worden die dann immer mehr Änderungen mit sich brachte, bis zu den heutigen SRS-Waffen.