Bernhard Paatz

Bernhard Paatz, BP, Scheintodpistole, Derringer, Perplex, Betäubungspistole, Kaliber .410, Kaliber 12 mm

       Bild 2.10, mit passender Patrone im Kaliber .410 und dem Warenzeichen Perplex.

 

 

Kurze Beschreibung

Hier handelt es sich um eine zweischüssige Pistole, die für Patronen im Kaliber .410, bzw. 12 mm Zentralfeuer Rand eingerichtet ist. Auch hier trifft der Begriff Derringer zu. Die Pistole weist die Initialen B. P. auf, die für den Büchsenmacher Bernhard Paatz aus Zella/Mehlis stehen. Sie ist ca. 10,5 cm lang und besitzt zwei separate Schlagbolzen, sowie einen Abzug, der durch die innere Mechanik die Schlagbolzen im Wechsel abschlagen lässt.

 

Laut einer Werbung aus dem Stukenbrok-Katalog von 1931, wurde zunächst eine einschüssige Pistole, Modell 1, von dem Hersteller Bernhard Paatz mit dem eingetragenen Markenzeichen „Perplex“ vorgestellt. Wann die zweischüssige Version in den Handel kam, ist mir nicht bekannt, sie wird aber ab Mitte der 1930er Jahren erwähnt.

 

 Bild 2.11, rechte Seite, Beschusszeichen und Initialen auf der Griffschale                                              Bild 2.12, Beschriftung auf der linken Seite und Initialen auf der Griffschale

Bild 2.13, Verschluss und Ausstoßer geöffnet                                                                                                 Bild 2.14, am Gehäuse ist der runde Entriegelungsknopf zu sehen.

 

 

Die Beschriftung

Die Pistole weist auf der linken Gehäuseseite den Schriftzug PERPLEX und D.R.P.a. Modell 2 auf. Und auf der rechten Gehäuseseite und dem Laufblock das kaiserliche Beschusszeichen, ein 'U' unter der Krone, darüber befindet sich eine weitere Krone. Auf der Griffunterseite befindet sich die Seriennummer RP 36/79, die nachträglich angebracht wurde. Es befindet sich die Zahl 40 auf der linken Griffrahmenseite und auf der linken Seite am unteren Verschlussstück des Laufblockes, die die erste Seriennummer ist, aber nicht als solche angesehen wurde.

 

Die Griffschalen

Die Griffschalen bestehen aus Hartgummi und sind mit einer durchgehenden Schraube und einer Rändelmutter verbunden, die in die rechte Griffschale eingelassen ist.

 

Der Laufblock

Die Läufe sind glatt, das bedeutet, dass sie keine eingebrachten Züge haben. Es sind auch keine Sperren vorhanden, was auf eine frühe Version hindeutet, da die Sperren in etwa ab 1930 verbaut wurden, was mit der Änderung des Waffengesetzes einherging. Jedoch wäre es hier doch recht schwierig, da die Patrone doch recht lang ist und die Sperre daher im Mündungsbereich sein müsste, aber wohl doch nie eingebracht wurden.

 

Der Abzug

Der Abzug lässt sich nach vorne umklappen, hier ist er entsprechend in der oberen Stellung und für die Jacken- oder Hosentasche bestimmt, damit er sich nicht sperrig verfangen kann. Eine manuelle Sicherung ist nicht vorhanden.

 

Bild 2.15, Blick zu den Nummerierungen                                                                                                          Bild 2.16, Ausschnitt aus dem Stukenbrok 1931

 

 

Der Verschluss

Die Pistole weist einen Kasten-Verschluss auf, der mit dem Rahmen in einem Teil hergestellt wurde und der durch einfaches Drücken des Löseknopfes auf der linken Seite den Laufblock entriegelt. Unter Federdruck wird nun der bewegliche Laufblock im hinteren Teil so nach oben gedrückt, dass die Mündungen nach unten zeigen. Zugleich wird der Ausstoßer über eine Steuerkurve betätigt und stößt die Patronen mit Druck aus.

 

Das Einlegen der Patronen

Wenn die Patrone eingelegt ist, dann ist die Patrone ca. 5 mm hinter der Mündung zu sehen. Daher ist das Einlegen eine einfache Sache, problematischer wäre es, wenn die Patrone kürzer wäre, da dann der Rand unter den Ausstoßer geraten könnte.

 

Das Verschließen

Hierzu wird der Laufblock entsprechend wieder in den Rahmen zurückgedrückt, dabei rastet er automatisch ein.

 

Das Schießen

Nachdem eine Patrone eingelegt ist und die Pistole verschlossen wurde, kann man nun ohne Probleme den umgeklappten Abzug ziehen. Da die Pistole zweischüssig ist, entsprechend zweimal. Durch die innere Mechanik werden die Schlagbolzen im Wechsel abgeschlagen.

 

Das Entladen / Auswerfen

Die Pistole wird geöffnet und die Patronen sollten ohne weiteres ausgestoßen werden. Bei abgeschossenen Patronen ist es öfters der Fall, dass es Hülsenklemmer geben kann. Hier aber kann man die Patrone von hinten entsprechend gut erreichen und herausziehen. Ansonsten, sollte es doch mal stärker klemmen, könnten die Hülsen leicht mit einem passenden Werkzeug ausgestoßen werden.

 

Die Munition

Zur Verwendung der Munition, im Kaliber .410 / 12 mm Zentralfeuer Rand, hier ist als Hersteller die Fa. Geco bekannt, kommen verschiedene Patronen in Frage, auch die Scheintodpatronen von A. Niemeyer:

 -       Reizstoffpatronen mit Tabakstaub

 -       Reizstoffpatronen mit Chilipulver

 -       Leuchtpatronen