Gewehrfabrik A. Austmeier

Scheintodpistole, A. Austmeier, Kal. 9 x 15 Schermer aus Odenburg

       Bild 1.0, diese Pistole wurde von A. Austmeier in Oldenburg angeboten

 

Es existierte eine Gewehrfabrik Austmeier in Heidmühle / Oldenburg. Diese Firma stellte aber wohl neben anderen Waffen zumindest eine einschüssige Pistole zum verschießen eines Reizgases mit Farbstoff her. Aus einer Zeitung aus Oldenburg, vom 16.02.1950, stammt ein Artikel, in dem diese Firma genannt wird und die damalige wirtschaftliche Lage anschneidet, zur Pistole selbst gab es leider keine Erwähnung.

 

Bild 1.1, rechte Seite ohne Beschriftung, lediglich das Griffstück weist ein Z im Kreis auf                    Bild 1.2, linke Seite ohne Beschriftung, lediglich das Griffstück weist ein Z im Kreis auf

 

Bei dieser Pistole handelt es sich um eine einschüssige Pistole mit unverriegeltem Kipplauf im Kaliber 9x17 R. Sie besteht aus brüniertem Stahl und die Griffschalen aus Bakelit. Die Pistole wird gespannt, wenn der gerändelte Knopf nach hinten gezogen wird und einrastet, so dass er in hinterer Stellung gehalten wird. Eine Sicherung befindet sich auf der linken Seite hinter dem Abzug und ist in die Griffschale eingearbeitet, zum Sichern wird der Schraubenknopf nach oben gedrückt und blockiert so den Abzug. Zum Laden wird der unverriegelte Lauf der unter Federdruck steht einfach nach vorne unten gedrückt, in dieser Stellung bleibt er bis man ihn wieder nach oben drückt. Eine Beschriftung sucht man vergebens, lediglich unter der rechten Griffschale am unteren Rand findet man die Seriennummer 8872. Ein Z mit einem Punkt darunter findet man auf beiden Griffschalen unter der Schraube in einem Kreis.

 

Bild 1.3, Pistole geöffnet und entspannt                                                                                                      Bild 1.4, Pistole geöffnet und gespannt, Sicherung blockt den Abzug in oberer Stellung

Bild 2.1, Kaliber 9 x 15 Schermer mit eingepresster Ladung                                                                   Bild 2.2, hier im Vergleich zur 9 x 17 R, links abgeschossen, rechts verladen.

 

Es konnten wahlweise Platzpatronen oder Gaspatronen abgefeuert werden. Das Gas war gemischt mit einer Farbflüssigkeit die sich in einer Glasampulle befand, die nicht so leicht von Haut oder Kleidung entfernt werden konnte, ähnlich der Sicherheitsvorkehrung bei Geldtransporten oder in Geldautomaten. Hierzu kann man im Internet die Info finden, dass der Hersteller der Munition eine Fa. Schermer aus Karlsruhe war, der die Treibpatronen im Kaliber 9 x 15 herstellte. Es werden auch zwei Versionen zum Laden genannt:

- die Gasampulle wird in das Patronenlager geschoben und die Treibpatrone hinterher.

- die Treibpatrone wird mit Ampulle eingesteckt.

 

Bei Schussabgabe zerbrach die Ampulle in einer im Lauf eingebrachten Kreuzsperre und die Flüssigkeit wurde zerstäubt oder auch vergast.