Scheintod-Waffen

Scheintod, Pistolen, Revolver, Niemeyer

        Bild 1.0, Scheintodwaffen

 

Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?

Das ist zwar eine interessante Frage, zu der ich immer sage das Ei, aber es trifft hier nicht den Kern der Scheintodwaffen und der Scheintodpatronen. Mit dem Patent vom 04.11.1905, von Adolf Niemeyer

 

„Patrone für Schusswaffen beliebiger Art zur vorübergehenden Unschädlichmachung des Gegners“

 

hat doch alles angefangen. Diese Patrone bzw. die Idee des Inhaltes, hat doch viele nachkommende Konstrukteure animiert und es kamen die verschiedenste Entwicklungen dabei heraus. Sie wurde als Scheintodpatrone bekannt und als eingetragenes Warenzeichen entsprechend geschützt. Hierzu wurde wohl auf den ersten Patronen der Name des Patentinhabers mit aufgedruckt, laut Abbildungen im Stukenbrok-Katalog. Bei dem Belegstück ist D. R. Wz aufgedruckt und steht für Deutsches Reich Warenzeichen. Zusätzlich wurde auf dem Patronenboden Scheintodpatrone und das Kaliber .410 gestempelt.

 

Karl Burgsmüller, Gewehrfabrik Burgsmüller, hatte zunächst eine Pistole und später Revolver gebaut bzw. bauen lassen, bei der diese Scheintodwaffen für die erwähnte Scheintod-Patrone eingerichtet wurden. Weitere Modelle, insbesondere mehrschüssige Pistolen aber auch Revolver folgten. Sein eingetragenes Warenzeichen war der Elefant. In den Burgsmüller-Katalogen wird auch erwähnt, dass die Scheintod-Waffen nur echt seien, wenn entsprechende Bestempelungen darauf vorzufinden seien. Somit müsste man grundsätzlich interpretieren, dass solche ohne Bestempelung Nachfertigungen sind, wie die die ich hier aufführe, aber dennoch als Scheintod-Waffen genannt werden.

 

Wer hat gefertigt?

Die Lizenz zur Herstellung dieser Waffen wurde wohl an mehrere Büchsenmacher vergeben, was doch damals schon gemacht wurde und heute noch immer viel gemacht wird. Es kommen deutsche Hersteller, so z. B. Bernhard Paatz oder die Fa. JGA Germania (Anschütz) in Frage, aber auch belgische Hersteller soll es geben.