Vorsatzgashülsen

       Bild 1.0, verschiedene Vorsatzhülsen

 

Auf dem Übersichtsbild sind die verschiedenen Vorsatzgashülsen zu sehen, die je nach Anbieter in der Bezeichnung etwas abweichen. Aktuell habe ich in meiner Sammlung welche von den folgenden aufgeführten Firmen, als Überblick mit den einzelnen Bezeichnungen:

- EM-GE    - 'EM-GE-Gashülse'

- EM-GE    - 'Gaspatronen'

- EM-GE    - 'Gaspatronen'

- EM-GE    - 'Gaspatronen Nr. 12'

- Röhm     - 'Reizpatronen'

- Röhm     - 'Gaspatronen'

- Melcher - 'ME-Spezial-Vorsatzgashülse'

- Perfecta -  'Tränengaspatrone'

- Perfecta -  'Gashülsen'

- Walther  -  'Gaseinsätze'

 

Bild 1.1

 

Schon sehr früh wurden sogenannte Gashülsen hergestellt. Einen frühesten Beleg hierfür habe ich aus dem Katalog Stukenbrok, der im Jahre 1931 erschienen ist.

 

Die Firma EM-GE hat mit der Vorstellung der Pistole Modell IIa, auch die Gashülsen angeboten. Auch hier ist die Firma EM-GE wieder führend. Benannt wurden sie damals als „EM-GE-Gashülse“ und wurden zu 10 Stück im Karton - für 1,50 Reichsmark - angeboten.

 

 

 

Realstücke besitze ich derzeit keine.

 

EM-GE

Zunächst wurden solche als "EM-GE-Gashülsen" eben zur Pistole EM-GE, Mod. IIa aus Metall gefertigt. Diese wurden in das vorhandene Gewinde im Lauf gedreht. Sie konnten wahlweise mit Platzpatronen oder Gaspatronen abgeschossen werden. Die leere Metallhülse musste anschließend herausgedreht werden, was wohl keine großen Umstände machte.

 

Anschließend fertigte die Firma EM-GE diese „Gaspatronen“ aus Pappe, die beim Verschießen mit aus dem Lauf getrieben wurde. In den Handel kamen sie zu sechs Stück, in einer roten Metalldose mit Klappdeckel und einfachem Scharnier mit einem gelben Aufdruck EM-GE im Kreis. Der Beipackzettel nennt noch den Durchmesser mit 7 mm. Die Gaspatronen haben eine silberfarbene Oberfläche und eine Länge von 40 bis 42 mm. In diesen Dosen wurden, laut Beipackzettel, auch Farbpatronen, Insektpatronen, Rauchpatronen und Raketen angeboten.

 

Bild 2.1.1                                                                                                                                                                  Bild 2.1.2

Bild 2.1.3, Pistole EM-GE                                                                                                                                     Bild 2..1.4, Modell 6a

 

Bild 2.2.0, mit roter Schrift

 

Neben dieser Fertigung existiert noch eine weitere Ausführung. Diese Gaspatronen sind ebenfalls aus silberfarbener Pappe. Auch hier ist die Länge 40 bis 42 mm. Diese sind zu 10 Stück in einer runden und durchsichtigen Kunststoffdose mit Stülpdeckel verpackt und mit einer gelben Banderole versehen. Darauf ist der Hinweis in roter Schrift zu lesen, diese für EM-GE Pistolen und Revolver zu verwenden.

 

Eine weitere Fertigung unterscheidet sich kaum. Diese Gaspatronen sind ebenfalls aus Pappe, aber in roter Farbe. Auch hier ist die Länge 40 bis 42 mm. Diese sind auch zu 10 Stück in einer runden und durchsichtigen Kunststoffdose mit Stülpdeckel verpackt und mit einer gelben Banderole versehen. Darauf ist in schwarzer Schrift benfalls der Hinweis zu lesen, diese für EM-GE Pistolen und Revolver zu verwenden.

 

Bild 2.3.1, mit schwarzer Schrift                                                                                                                          Bild 2.3.2

Bild 2.3.3                                                                                                                                                            Bild 2.3.4

 

Nicht nur zum Einstecken

Gaspatronen von der Firma EM-GE wurden nicht nur als Einsteckhülsen gefertigt, wie nachfolgend zu sehen ist, sondern auch als Einschraubhülsen wie diese mit der Bezeichnung EM-GE Gaspatronen Nr. 12. Interessant ist das Etikett, das zunächst für den Universal-Signal-Abwehrrevolver Modell G 38 geworben hat, dieses Modell wurde aber nachträglich weggestrichen. Diese Gaspatronen sind aber für die Pistole, Modell 63 vorgesehen, die zusätzlich im eingebauten Zusatzlauf ein Schraubgewinde für diese Gaspatronen haben. Wenn man sich jetzt die Farben anschaut mit denen die Gaspatronen verschlossen, bzw. markiert wurden, dann fällt auf, dass es drei verschiedene Farben sind. Nämlich schwarz, hellbeige und gelb und das in einem Tütchen! Wenn man bedenkt, dass aktuell die Farbe Gelb für das Tränengas feststeht, könnte so auch die Reihenfolge der Farben gewesen sein. Die Hülse selbst besteht aus einem schwarzen Kunststoff mit einer Länge von 30 mm mit Gewinde und einem Durchmesser von 15 mm.

 

Bild 2.4.0, Gaspatronen Nr. 12                                                                                                                       Bild 2.4.1, Blick auf die Farbmarkierungen

Bild 2.4.2, Pistole EM-GE                                                                                                                                 Bild 2.4.3, Modell 63

 

Röhm

Auch die Firma Röhm stellte ihre Vorsatzhülsen aus Metall her. Zunächst wurde sie als „Reizpatrone“ benannt, mit einer Länge von 45 mm und vorne sowie hinten mit einer Korkabdichtung versehen. Diese erste Version war noch glatt und wurde einfach eingesteckt, da diese ersten Pistolen noch kein Laufgewinde besaßen. Diese Gaspatronen wurden zu 10 Stück in Cellophan mit Papieretikett angeboten. Hier ein Verweis auf die Firma ERGE.

 

Bild 3.1.0, Lange Ausführung                                                                                                                        Bild 3.1.1, für glattläufige Modelle

 Bild 3.1.2, Gaspistole Röhm / ERGE RG3 Modell 52                                                                                  Bild 3.1.3, ältere und längere Ausführung

 

Die zweite Version

wurde zur „Gaspatrone“ umbenannt undgab es in glatter Ausführung als auch mit zwei kleinen Erhebungen um ein Klemmen im Lauf zu erzwingen.

Hier ein Verweis auf die Firma Röhm.

 

Bild 3.2.1, kürzere und ältere Ausführung                                                                                                         Bild 3.12, die Erhebung ist punktförmig zu sehen

 

Die dritte Version

hatte zwei „Gewindeflügel“ zum besseren Halt, die somit in das Laufgewinde der neuen Pistolen eingeschraubt werden konnte und entsprechend nach dem Schuss herausgedreht werden musste. Diese Gaspatronen wurden in einer gelben Papp-Schachtel zu zehn Stück angeboten. Die Hülsen sind in einer Art Lade, durch Pappe getrennt gelagert und können insgesamt seitlich herausgezogen werden. Sie haben einen gelben Lackverschluss und sind 31 mm lang. Ein Hinweis auf der Oberseite der Schachtel, in schwarzer Schrift, gibt die ausschließliche Verwendung für die Gas-Alarm-Pistole RG3 an.

 

Bild 3.3.0, kurze Ausführung                                                                                                                                 Bild 3.3.1, mit "Flügel"

Bild 3.3.2, Pistole Röhm                                                                                                                                      Bild 3.3.3, Modell RG 3

 

Melcher

Die Firma Melcher ging hier einen anderen Weg, sie ließ ihre „ME-Spezial-Vorsatzgashülsen“ aus einem leichten Material von der Firma WADIE herstellen, das beim Verschießen leicht zerbröselt und somit nicht extra herausgeschraubt werden muss. Aufbewahrt wurden sie zu 10 Stück, in einer runden und durchsichtigen Kunststoffdose mit Stülpdeckel. Markiert wurden sie auf der hinteren Seite mit einer roten Farbe, die in den Lauf gedreht wird. Ein Hinweis auf dem beiliegenden Zettel führt an, diese Vorsatzgashülsen nur für die ME-Revolver, Mod. 70 GS und 80 GT/S zu verwenden. Offenbar deswegen, da die Vorsatzgashülsen das passende Gewinde zu den benannten Revolvern besaß. In der Dose sind Teilstücke zu sehen, da sich die Gashülsen mit der Zeit selbst zersetzen. Auf den Bildern links oben und rechts unten, lässt sich das Gewinde erkennen. Die Länge beträgt in etwa 16 mm.

 

 Bild 4.1.1, Zehner-Dose                                                                                                                                   Bild 4.1.2, Hülse mit Lack behandelt, schwarz schaut nach vorne

Bild 4.1.3, rot voran wird in die Mündung eingeschraubt                                                                               Bild 4.1.4, links ist das Gewinde erkennbar

 

Perfecta

Die Firma Perfecta benannte ihr Produkt mit „Tränengaspatronen“ und hat wohl augenscheinlich bei der Firma EM-GE eingekauft, oder umgekehrt. Warum? Nun, sie sehen einfach so aus wie die rote Ausführung von EM-GE. Verpackt sind sie jedoch zu 12 Stück, in einer rechteckigen und durchsichtigen Kunststoffdose mit abgerundeten Ecken und Stülpdeckel. Sie haben eine Länge von 40 bis 42 mm. Auch hier ist ein Hinweis auf dem Beipackzettel gedruckt, diese Tränengaspatronen nur in den Perfecta-Gaspistolen zu verwenden.

 

Bild 5.1.0                                                                            Bild 5.1.1                                                                                                               Bild 5.1.2

Bild 5.1.3, Pistole Mayer & Riem                                                                                                                   Bild 5.1.4, Modell Perfecta

 

Kunststoffbecher

Die Firma Perfecta benannte ein zweites Produkt mit „Gashülsen“Auf den ersten Blick könnte man diese Gashülsen als Adapter für Signalsterne halten. Wie am Gewinde gut zu erkennen ist, sind diese in den Lauf eingeschraubt worden. Der Kunststoff, aus denen sie bestehen, ist sehr fest, so dass diese Gashülse nach Gebrauch heraus geschraubt werden musste. Die Gesamtlänge beträgt ca. 35 mm. Weiterhin ist die chemische Zusammensetzung des Wirkstoffes auf dem Beipackzettel angegeben. Danke an Tactical Dad für den Beipackzettel.

 

Gedacht waren sie, laut Beipackzettel, für folgende Gas-Waffen.

- MZS TG

- Perfekta G

- Valor

 

 Bild 5.2.0, Beipackzettel                              Bild 5.2.1, blaue Farbmarkierung                                                                             Bild 5.6, Blick zum Gewinde

Bild 5.2.3, Firma Weber                                                                                                                                  Bild 5.2.4, Modell Valor

 

Walther

Die Firma Walther benannte ihr Produkt „Gaseinsätze“ für Walther UP-Pistolen. Die Hülse hat eine Länge von 38 mm. Aufbewahrt wurden sie zu fünf Stück in einer Blechdose mit creme-farbenem Stülpdeckel und blauer Aufschrift. Die Einsätze bestanden aus einem Kunststoff, der auch bei Schussabgabe mit ausgeblasen wurde. Eine farbliche Markierung ist nicht zu sehen, auf beiden Seiten ist die Hülse jeweils mit einem Korkplättchen abgedichtet,  zusätzlich wurde bei, vermutlich älteren Hülsen, noch ein Lack aufgebracht.

 

 Bild 6.1.1, geliefert wurde in einer Blechdose                                                                                               Bild 6.1.2, Blick zu beiden Enden