"Entlarvt"-Pistole, .380 Knall, Typ 1

Entlarvt-Pistole, Kaliber .380 Knall

        Bild 1.0, eine Erstere

 

Kurze Beschreibung

Bei dieser Pistole handelt es sich um eine einschüssige Kipplaufpistole die für Patronen im Kaliber .380 Knall, bzw. 9 x 17 Rand eingerichtet ist. Sie ist ca. 14,5 cm lang und besitzt einen separaten Schlagbolzen, sowie einen SA-Abzug, was bedeutet, dass es sich um einen Hahnspanner handelt. Erwähnt wurde sie im Stukenbrok-Katalog von 1915 und weiteren Ausgaben, was sie nunmehr in einem Alter von über 100 Jahren ausweist!

 

Der Hersteller und das Modell

Der Hersteller ist mir unbekannt. Bei dem Modell handelt es sich, laut Angabe im Stukenbrok Katalog von 1915, um die „Entlarvt“-Pistole.

 

Die Beschriftung

Die Pistole weißt auf der rechten Seite das kaiserliche Beschusszeichen, ein ‚U‘ unter der Krone auf. Darüber befindet sich eine weitere Krone. Ebenfalls auf der rechten Seite, am Abzug, befindet sich die frühe Seriennummer ‚8‘, die auch unter der rechten Griffschale zu finden ist. Auf der linken unteren Seite kann man den Schriftzug ‚Entlarvt‘ lesen.

 

Die Griffschalen

Die Holz-Griffschalen sind mit einer durchgehenden Schraube mit einer Rändelmutter verbunden, die in die rechte Griffschale eingelassen ist.

 

Bild 1.1, Verschlussbolzen eingesetzt                                                                                                          Bild 1.2, 'Entlarvt' ist zu lesen.

 

Der Verschluss

Zum Sichern des Kipplaufes wird hier werksmäßig ein Verschlussbolzen verwendet, an dem sich ein beweglicher Ring befindet. Am anderen Ende des Verschlussbolzen ist achsial eine Bohrung vorhanden durch die ein Splint geschoben wird. Hier findet sich leider nur eine Schraube, bei der das Gewinde abgeschliffen wurde, die Funktion wird hier aber nicht behindert.

 

Das Laden (öffnen / schließen)

Man zieht den Splint aus dem Verschlussbolzen und diesen aus der Pistole, anschließend öffnet man die Pistole indem man den Lauf nach unten kippt. Jetzt schiebt man eine Patrone in das Patronenlager und schließt die Pistole in umgekehrter Reihenfolge.

 

Der Schlagbolzen

Der Schlagbolzen ist separat im Gehäuse federnd gelagert, so dass man ihn nach vorne zum Patronenlager sehen kann, wenn die Pistole entspannt ist. Wenn die Pistole gespannt ist sieht man ihn entsprechend nach hinten zum Hahn.

 

Bild 1.3, Schlagbolzen vorne                                                                                                                          Bild 1.4, die linke Seite mit Schriftzug 'Entlarvt'.

 

Das Verschließen

Im Rahmen und im Laufblock befinden sich Bohrungen die im geschlossenen Zustand übereinstimmen. Hier wird der Bolzen durch den Rahmen und Laufblock geschoben und verhindert so das Öffnen.

 

Das Schießen

Nachdem eine Patrone eingelegt ist und die Waffe verschlossen wurde, wird der Hahn gespannt und durch betätigen des Abzuges abgeschlagen.

 

Das Entladen / Auswerfen

Die Pistole wird geöffnet und die Patrone entnommen. Das gestaltet sich allerdings schwierig, am besten man nimmt ein passendes Stück Holz als Ausstoßer zur Hilfe, bei abgeschossenen Patronen ist dies öfters der Fall, da es Hülsenklemmer geben kann und zudem kann man die Hülse nicht einfach herausnehmen, da der Rand vom Patronenlager umschlossen wird. Da der Lauf frei ist, können die Hülsen aber leicht ausgestoßen werden.

 

Die Schraube

Oberhalb des Griffstückes, hinter dem Hahn, ist eine Schraube zu sehen. Sie ist dazu da die Schlagfeder zu manipulieren und wirkt direkt auf sie ein, indem sie eingedreht die Spannung der Schlagfeder auf den Hahn nimmt, oder etwas herausgedreht die Spannung erhöht, erkennbar auf Bild 1.5.

 

Bild 1.5, Schraube, Hersteller und Serien-Nr.                                                                                                  Bild 1.6, Glatter Lauf ohne Sperre

 

Der Lauf

Der Lauf besitzt keine Sperre, früher war es eher üblich den Lauf nicht zu sperren, was auf Bild 1.6 zu erkennen ist. Hier ist der freie und glatte Lauf von hinten zu sehen, das Patronenlager mit der Vertiefung für den Rand der Patrone ist zu erkennen. Heute ist das mit der PTB undenkbar, mit der Ausnahme, um welche zu nennen, Röhm RG 3 Walther Modell U.P. 1. Diese Pistolen brauchen auf Grund der Gasführung keine Sperre.

 

Die Sicherung

Eine Sicherung ist nicht vorhanden. Der Hahn lastet direkt auf dem separat eingebrachten Schlagbolzen und somit bei einer eingelegten Patrone auf dem Zündhütchen, was auf dem Bild 1.5 zu erkennen ist.

 

Die Munition

Zur Verwendung der Munition im Kaliber .380 / 9 x 17 R, kommen Knall-, Gas-, Raketen- und Blitzlichtpatronen in Frage.

 

Das Zubehör

Leider habe ich kein Zubehör. In den alten Katalogen wird aber eine Schachtel und eine Beschreibung benannt.