"Entlarvt"-Pistole, .380 Knall

Kurze Beschreibung

 

Bei dieser Pistole handelt es sich um eine einschüssige Kipplaufpistole die für Patronen im Kaliber .380 Knall, bzw. 9 mm Zentralfeuer Rand eingerichtet ist. Sie ist ca. 14,5 cm lang und besitzt einen separaten Schlagbolzen, sowie einen SA-Abzug, was bedeutet, dass es sich um einen Hahnspanner handelt. Laut einer Werbung aus dem Stukenbrok-Katalog von 1915, ist diese Pistole ca. 100 Jahre alt.

 

 

Der Hersteller

 

Ist unbekannt!

  

Auch hier ist wieder die Frage offen, wer hat diese Pistole gefertigt?

 

 

Die Beschriftung

 

Die Pistole weißt auf der rechten Seite das kaiserliche Beschusszeichen, ein 'U' unter der Krone auf. Darüber befindet sich eine weitere Krone. Ebenfalls auf der rechten Seite, am Abzug, befindet sich die Seriennummer '29', die auch unter der rechten Griffschale zu finden ist.

 

 

Die Griffschalen

 

Die Holz-Griffschalen sind mit einer durchgehenden Schraube mit einer Rändelmutter verbunden, die in die rechte Griffschale eingelassen ist.

 

 

Der Lauf

 

Der Lauf ist glatt, das bedeutet er hat keine Felder und Züge. Er besitzt keine Sperre, was auf eine frühe Version hindeutet, da die Sperren in etwa ab 1930 verbaut wurden, was mit der Änderung des Waffengesetzes einherging. (Heute undenkbar, mit der Ausnahme, um einige zu nennen, Röhm RG 3, RG 3s, RG 300, RG 600. Es gibt noch weitere Hersteller.)

 

 

Die Schraube

 

Oberhalb des Griffstückes, hinter dem Hahn, ist eine Schraube zu sehen. Welche Funktion besitzt sie? Sie ist dazu da die Schlagfeder zu manipulieren und wirkt direkt auf sie ein, indem sie eingedreht die Spannung der Schlagfeder auf den Hahn nimmt.

 

 

Die Sicherung

 

Eine Sicherung ist nicht vorhanden. Der Hahn lastet direkt auf dem separat eingebrachten Schlagbolzen und somit bei einer eingelegten

Patrone auf dem Zündhütchen.

 

 

Der Verschluss

 

Zum Sichern des Kipplaufes wird hier ein Verschlussbolzen verwendet, an dem sich ein beweglicher Ring befindet. Am anderen Ende des Verschlussbolzen ist achsial eine Bohrung vorhanden durch die ein Splint geschoben wird.

 

 

Das Laden

 

Man zieht den Splint aus dem Verschlussbolzen und diesen aus der Pistole, anschließend öffnet man die Pistole in dem man den Lauf nach unten kippt.

 

 

Das Einlegen der Patronen

 

Das ist einfach, man schiebt eine Patrone in das Patronenlager.

 

 

Das Verschließen

 

Im Rahmen und im Laufblock befinden sich Bohrungen die im geschlossenen Zustand übereinstimmen. Hier wird der Verschlussbolzen durch den Rahmen und Laufblock geschoben und mittels eines Splints, der sodann durch die Bohrung im Bolzen geschoben wird, gegen herausfallen gesichert.

 

 

Das Schießen

 

Nach dem eine Patrone eingelegt ist und die Pistole verschlossen wurde, wird der Hahn gespannt und durch betätigen des Abzuges abgeschlagen. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um einen Hahnspanner, es muss vor jedem betätigen des Abzuges der Hahn gespannt werden.

 

 

Das Entladen / Auswerfen

 

Die Pistole wird geöffnet und die Patrone entnommen. Das gestaltet sich allerdings schwierig, am besten man nimmt ein passendes Stück Holz als Ausstoßer zur Hilfe, bei abgeschossenen Patronen ist dies öfters der Fall, da es Hülsenklemmer geben kann. Da der Lauf frei ist, können die Hülsen leicht ausgestoßen werden.

 

 

Die Munition

 

Zur Verwendung der Munition im Kaliber .380 / 9 mm Zentralfeuer Rand, kommen Knall-, Gas-, Raketen- und Blitzlichtpatronen in Frage.

 

 

Das Zubehör

 

Leider habe ich kein Zubehör. In den alten Katalogen wird aber eine Schachtel und eine Beschreibung benannt.

 

 

Die Bilder  unten links und rechts, stammen aus dem Katalog Stukenbrok von 1926.

Hier ist die Pistole im entspannten, geöffneten und gespannten Zustand, jeweils von der rechten und linken Seite zu sehen. Gut zu erkennen der Bolzen mit Ring und der Splint, zur Sicherung des Bolzen und somit dem Verschluss der Pistole. Das U unter der Krone ist ebenfalls zu sehen. Auch der gefederte Schlagbolzen ist im entspannten Zustand nach vorne und im gespannten Zustand nach hinten zu erkennen.

Hier sind die Griffschalen abgeschraubt. Zu sehen, die eingelassene Rändelmutter in der rechten Griffschale, weiter unten die Seriennummer. Ebenfalls gut zu sehen, die Schraube die direkt auf die Hahnfeder wirkt, sowie der freie Lauf.